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Ich habe Job und Wohnung gekündigt und gehe nach Brasilien

Im Januar diesen Jahres habe ich meinen Job und meine Wohnung gekündigt, um für ein paar Monate nach Brasilien zu gehen.

Rationale Gründe gab es dafür nicht. Ich mochte meinen Job und die Agentur für für die ich arbeitete. In meiner Wohnung habe ich mich wohl gefühlt und mein Leben war ziemlich perfekt – ausserdem bequem.

Dennoch hatte ich das Bedürfnis nach einer grundlegenden Veränderung. Ich wollte einen Neuanfang.

Das Jahr der Bequemlichkeit

Würde man jedem Jahr in meinem Leben einen Namen geben, wäre 201g6 eindeutig das Jahr der Bequemlichkeit.

2016 war wahrscheinlich das erste Jahr in meinem Leben, in dem einfach alles lief. Und ich ließ es laufen. Ende 2015 haben Annika und ich uns getrennt – freundschaftlich und ohne Stress. Damit begann die Bequemlichkeit.

Um mich nicht mit dem Hamburger Wohnungsmarkt rumschlagen zu müssen habe ich mir alle paar Monate eine neue Mitbewohnerin gesucht. Ich keine Lust mich auf jemanden einlassen zu müssen.

3-4 Monate sind dafür der ideale Zeitraum. Selbst wenn einem jemand auf die Nerven geht, ich wusste ganz genau, Dass es bald vorbei ist.

Bis ich eine Mitbewohnerin hatte, die 6 Monate blieb und sogar noch länger bleiben wollte. Danach hatte ich keine Lust mehr auf Mitbewohner und wollte allein sein.

Das waren auch schon mein allergrößtes Problem.

Bequeme Highlights

Zu Beginn des Jahres schloss ich mich einer Exkursion an und flog für 3 Wochen nach Brasilien. Gereist bin ich nur eine Woche. Alles andere wurde organisiert. Darunter ein cooles Essen in einer Favela in Rio und Volunteer-Arbeit in einer Favela in Belo Horizonte. Viel bequemer macht man Urlaub nur, wenn man am Strand chillt.

Irgendwann Mitte des Jahres fuhr ich für ein paar Tage nach Barcelona. Allerdings machte ich es mir mit Google Trips einfach. Mein größtes Abenteuer: Die Stadt hauptsächlich zu Fuß zu erkunden.

Im Oktober bekam ich Besuch von einem Mädchen, dass ich in Brasilien kennen lernte. Mit ihr fuhr ich nach Berlin und lernte sah das erste Mal ein paar Touristenattraktionen.

Am Ende des Jahres war ich satt und zu Tode gelangweilt. 2017 musste einfach anders werden.

Minimalismus

Irgendwann 2016 kam ich das erste mal mit dem Thema Minimalismus in Kontakt. Wie genau weiß ich nicht mehr. Entweder durch einen Freund, oder durch einen Artikel.

Mit weniger glücklich zu sein begann mich zu interessieren. In Barcelona las ich ein Buch zu dem Thema, sah einige Videos auf YouTube und hörte einen Podcast.

Ich beschloss es zu testen und entsorgte als erstes meine Mikrowelle.

Rückblickend glaube ich, das war der Start.

Reifeprozess

Nach meiner Mikrowelle entsorgte ich nach und nach mehr.

Als Ende Oktober meine brasilianischen Besucherin wieder nach Hause flog, hatte ich zum ersten Mal die Idee, für ein paar Monate nach Brasilien zu fahren. Das Timing passte nur nicht.

Die Zeit bis Ende 2016 nutzte ich stattdessen, mir darüber im Klaren zu werden, ob ich das wirklich will oder ob es nur eine Spinnerei ist. Ich gestaltete mir einen an Kanban angelehnten Entscheidungsprozess un beschäftigte mich mit meinen Bedürfnissen.

Startschuss für Brasilien

Nach Weihnachten und Neujahr war ich mir dann sicher: ich will einen Neuanfang. Ein klarer Schnitt schien mir die besten Option zu sein. Ohne Wohnung und Job hatte ich die Freiheit, alles zu tun was ich will. Ich wäre jeder Option und jeder sich mir bietenden Option offen gegenüber und müsste mir keine Sorgen um Daten, Arbeit und sonstiges machen.

Wie es weiter geht, wenn ich wieder Zuhause bin, weiß ich nicht. Was in Brasilien ist, weiß ich auch nicht. Totale Freiheit.

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