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Mein Leben hasst mich

Es gibt die Tage, Wochen und Monate, an denen man das Gefühl hat, alles hat sich gegen einen verschworen. Genau so geht es mir seit einiger Zeit und ich habe gerade das Bedürfnis mir diesen Scheiss von der Seele zu schreiben.

Mein Leben hasst mein Motorrad

Im letzten Jahr hatte ich unglaubliches Pech mit meinem Motorrad. Im Sommer wurden mir genau vor der Haustür erst der Reifen und dann meine Rückbank zerstochen. Weil ich davon ausging, dass sich anscheinend jemand daran stört wo ich parkte (Das Motorrad stand zwar absolut legal an der Straße, aber man weiß ja, wie einige Menschen so sind), stellte ich das Motorrad an anderer Stelle ab. Und genau dort fuhr ein Autofahrer beim Ausparken gegen mein Motorrad, es kippte und die Verkleidung brach. Vollkommen genervt, wollte ich mich nicht sofort um das Problem kümmern und schob es auf die lange Bank. Stellte das Motorrad wieder um, in der Hoffnung, dass es an seinem neuen Bestimmungsort sicherer steht. Weit gefehlt. Nach nicht mal einem Tag schaffte es doch ein weiterer Autofahrer gegen mein Motorrad zu fahren und es wieder kippen zu lassen. Ich entschied, das Motorrad zu Beginn der neuen Saison zu verkaufen.

Mein Leben hasst mein Fahrrad

Ich besitze aber nicht nur ein Motorrad, sondern auch noch ein Fahrrad. Mein Fahrrad steht normalerweise immer in der Wohnung auf dem Balkon. Ich wollte meinem Fahrrad kein Risiko aussetzen. An einem Tag fuhr ich mit dem Fahrrad aber nicht, wie gewöhnlich, nach Hause, sondern ließ es vor meiner Arbeitsstelle in der Schanze auf einem kleinen Hinterhof angeschlossen stehen und ging was trinken. Am nächsten Morgen fand ich mein Fahrrad ohne Reifen wieder.  Selbst Schuld mögt ihr jetzt denken, warum hat er auch Schnellspanner und lässt das Fahrrad draussen stehen. Nein, sage ich dazu. Wo leben wir denn, dass man sein Fahrrad nicht mal eine einzige Nacht irgendwo hinstellen kann, ohne das einem sofort etwas geklaut wird? Muss ich mein Fahrrad wirklich jedes mal mit 5 Ketten sichern und es unter Strom setzen, damit es bloß niemand berührt? Und warum ist der Mensch, der bestohlen wird oder dessen Sachen beschädigt werden immer selbst Schuld? Und warum darf ich Menschen, die mich bestehlen, oder mein Eigentum beschädigen nicht wünschen, dass sie von einem Auto angefahren werden? Wenn ich daran denke, werde ich schon wieder sauer, also genug davon.

Damit nicht genug. So schön das Jahr 2014 auch war,  was Fahrzeuge mit zwei Rädern angeht, war es nicht gut zu mir. Natürlich kaufte ich vor ein paar Tagen neue Laufräder etc. für mein Fahrrad. Ich überstieg mein Budget dabei deutlich. Heute wollte ich dann endlich wieder Fahrrad fahren. Ich ignorierte Wind und Wetter und stieg auf’s Fahrrad. Nur um keine 2km späte reinen Platten im Hinterrad zu haben. Einen Platten an meinem angeblich unplattbaren Reifen. Ich sollte unglaublich frustriert sein. Aus irgendeinem Grund bin ich es nicht. Ein wenig vielleicht, aber nicht so sehr. Meine Tagesplanung ist zwar im Arsch und mein Leben hasst mich, aber was soll’s. Positiv bleiben, nicht ans Geld denken, nicht runter ziehen lassen. Alles wird gut.