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Wonder Woman ist keine Feministin

In Brasilien habe ich Zeit, sehr viel Zeit. Besonders abends. An einigen davon schaue ich Filme, zum Beispiel Wonder Woman.

Im Vorfeld sind mir auf Twitter und in anderen Medien unglaublich positive Meldungen ins Auge gesprungen. Wonder Woman wird sogar als Feministin vor den Karren gespannt. Ganz ehrlich: Der Hype den Wonder Woman auslöst erschließt sich mir nicht. Eine Feministische Superheldin stelle ich mir auch anders vor

Spoilerwarnung: Ich werde auf die eine oder andere Szene eingehen. Solltest du den Film noch nicht gesehen haben, ließ lieber nicht weiter

Weiblicher Superheld = Emanzipation des Genres?

Ja, der Film hat endlich eine weibliche Hauptrolle. Eine Superheldin. Yeah! Und ja, ihr Mitgefühl und ihre Sorge um die Menschen, die unter dem Krieg leiden ist rührend. Visuell vereint der Film Realismus und Fantasie Welt zu einem schmutzig schönen Kunstwerk. Ja, als Amazone ohne Männer aufgewachsen ist ihr die männlich dominierte Welt fremde und sie stellt vieles in Frage. Der vielleicht beste Moment: Als sie Chris Pine wissen lässt, dass Männer für sexuelle Befriedigung nicht notwendig sind.

Warum der Film aber gerade dermaßen von allen Medien in den Himmel gelobt und sogar mit feministischer Power aufgeladen wird, verstehe ich kein bisschen. Und ich anscheinend nicht der Einzige.

Emanzipation am Arsch

Der Film emanzipiert das Genre nicht und Wonder Woman ist keine feministische Vorreiterin im Superhelden Genre.

Von den wenigen positiven Momenten abgesehen wirkt die starrköpfige Naivität von Wonder Woman beinahe dumm. So dumm, dass sie kurz davor ist, einem auf die Nerven zu gehen.

Natürlich muss ein Peniswitz vorkommen und natürlich muss eine Frau für Liebe und Gerechtigkeit kämpfen. Echt jetzt? Das ist nicht emanzipiert, das ist plump.

Oscar Verdächtig?

Warner möchte nun erreichen, dass Wonder Woman mit einem Oscar ausgezeichnet wird:

Hätte der Film einen Oscar verdient? Die mittelmäßige „Fisch auf dem Trockenen“ Story wurde visuell schön umgesetzt. Aber neu ist der visuelle Stil nicht. Ich sogar soweit zu behaupten, das es der gleiche Stil ist, den Zack Snyder bereits in vorherigen Filmen wie Batman VS Superman verwendete und den man auch in Justice League zu sehen bekommen wird.

Die Story selbst weist nicht nur Lücken auf, sondern ergibt meines Erachtens nicht mal Sinn. Warum finanziert der Typ, der sich später als Ares herausstellt bitte eine Mission, die den Krieg beenden soll? Wenn Ares den ersten Weltkrieg herbeiführte, wer führt den zweiten herbei? Nur zwei Fragen, die mir spontan einfallen.

Klar, Wonder Woman stellt hier und da Geschlechterrollen in Frage, sie ist empathisch und motivierend. Das passt zur Amazonen, die in eine Männerwelt geworfen wird. Aber die Story hat man so ähnlich aber banaler bereits im ersten Thor gesehen.

Aber sind wir mal ehrlich. Das alles macht noch lange keinen OSCAR würdigen Film. Der Film ist auch nicht schlecht. Er ist unterhaltsam und hat ein paar sehr gute und ein paar schöne Momente, mehr aber auch nicht.

Hishe hat eine sehr gute Review zu dem Film. Schau es dir an.